Nachteile von eSIM Karten und die Kritik

simkarte2Nachteile von eSIM Karten und die Kritik – Die Vorteile von eSIM Karten sind durchaus sehr überzeugend, es gibt aber auch einige Nachteile, die mit integrierten Simkarten verbunden sind. Wo Licht ist, gibt es auch Schatten und das ist auch in diesem Bereich so.

Die größten Befürchtungen gibt es hinsichtlich der Einschränkungen durch Handyhersteller. Mit einer integrierten Simkarten haben die Produzenten von Smartphones die Kontrolle darüber, welche Tarife und welche Anbieter auf den Geräten angezeigt werden und zugelassen sind. Derzeit kann man noch jede Simkarte in jedes Handy einlegen, mit eSIM Karten können das anders werden. Die Mobilfunk-Anbieter befürchten daher, in eine Abhängigkeit von den Handyherstellern zu geraten. Es könnte dann beispielsweise passieren, das bei iPhones bestimmte Anbieter nicht mehr angezeigt werden und Samsung Anbieter hat, die bevorzugt angeboten werden. Damit würde sich auch die Abhängigkeit der Kunden von den Herstellern erhöhen – man wählt dann mit dem Handy auch die Anbieter die man nutzen kann.

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iPad 9.7 pro mit Apple SIM

Die eSIM Nachteile am Beispiel Telekom und Apple

Apple hat im neuen iPad 9.7 Pro (dem Nachfolger das iPad Air 2) wieder eine Apple-Sim integriert und für diese Geräte gibt es auch bereits Angebote auf dem deutschen Markt. Um genau zu sein, gibt es derzeit genau einen Anieter, der diese Karten unterstützt: die Telekom.

Kunden mit einem neuen iPad 9.7 pro können also die Datentarife der Telekom sehr einfach auf das Gerät buchen, während man mit anderen Anbietern den umständlichen Weg über die normalen Simkarten gehen muss. Apple und die Telekom arbeiten bei diesem Gerät also zusammen, alle anderen Anbieter auf dem deutschen Markt sind weitgehend ausgeschlossen. Damit ist eine Befürchtung der Kritik von eSIM bereits eingetreten: es gibt neue Möglichkeiten der Marktabschottung.

Vodafone hat sich dazu bereits geäußert und die „Insellösungen“ von Apple stark kritisiert. Solche Alleingänge führen nach Ansicht des Unternehmens nur selten zum Erfolg. Dazu werden die Vorbehalten gegen eSIM natürlich weiter verstärkt.

So schrieb man bei private-words.com bereits Anfang des Jahres:

Fortan müssen Kunden sich den jeweiligen Vertrag aktivieren lassen. Dies eröffnet die Möglichkeit, dass die Hersteller in der Zukunft nur noch bestimmte Angebote zulassen. Gerade bei teureren oder beliebten Marken haben die Hersteller und Netzbetreiber dann die Möglichkeit, Kunden ebenso teure Verträge aufzudiktieren. Eine Option, von der viele Unternehmen sicherlich Gebrauch machen werden.

Das scheint sich nun zu bewahrheiten.

Die Telekom selbst sieht das natürlich deutlich anders. Im eher kurzen und knappen Update des eSIM Beitrages heißt es:

Als einziger deutscher Mobilfunkanbieter ermöglicht die Telekom die Nutzung dieser integrierten Apple SIM. Mit der Apple SIM kann man bei einer gelegentlichen Internetnutzung Daten-Flatrates direkt über das 9,7“ iPad Pro buchen – eine gute Alternative für alle, die ihr Gerät ohne Vertrag gekauft haben.

Weitere Sperren nicht ausgeschlossen

Auch bei den technischen Sperren bieten eSIM Karten ganz neue Möglichkeiten. Derzeit sind Geräte in den meisten Fällen über sogenannte Simlock gesperrt. Das ist vergleichsweise umständlich und zum Entsperren müssen Kunden eigenen Codes anfordern. Mit eSIM Karten lassen sich in den Geräte durch einfache Software-Ansteuerung nur bestimmte Anbieter oder bestimmte Tarife zulassen. Damit ist die technische Hürde weitaus geringer, Sperren für Smartphones zu hinterlegen – es könnte also zu einem Revival des eSIM-Locks kommen.

Verbraucherschützer fordern daher vor der flächendeckenden Einführung der neuen integrierten Simkarten die Einführung von festen Standards und Regeln, was solche Karte dürfen und  was nicht. Insbesondere soll der diskrimnierungsfreie Zugang zu Handytarife feste geschrieben werden.

Wie geht die Bindung von Anbieter und Tarif weiter?

Die Zielrichtung der eSIM sind weniger die Handys udn Smartphones und selbst Tablets sind nicht die Hoffnungsträger für die Zukunft. Ziel sind vielmehr vernetzte Geräte aller Art: angefangen von Haushaltsgeräten wie dem Kühlschränk über das Auto bis hin zum schwerer Maschinentechnik im industriellen Einsatz.

Denkt man diese Zielrichtung weiter, könnte es in den nächsten jahren sein, dass man das Auto nur noch mit dem richtigen bzw. passenden Tarif kaufen kann und auch bei der Auswahl des Kühlschrnks zukünftig nicht nur Größe, Design und der Energieverbrauch eine Rolle spielt, sondern auch der passenden eSIM Tarif bzw. eSIM Anbieter. Die Auswahl der Verbraucher könnte dann weiter eingeschränkt werden durch Kooperationen von Herstellern und Mobilfunk-Anbietern.

Das ist allerdings bisher noch Zukunftsmusik und ob es so kommt ist auch nicht sicher. Hier ist die Verantwortung der Netzbetreiber gefragt und zumindest die Telekom und deren Vorgehensweise stimmt zumindest kritisch. Es würde an der Stelle auch helfen, denn der GSMA Standard für eSIM eventuell um einen Passus der Anbieterneutralität ergänzt würde.

eSIM Team

Wir informieren rund um alle Themen die mit embedded Simkarten in Deutschland und international zu tun haben. Bei Fragen und Anmerkungen nutzen Sie bitte das Kontaktformular.

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