Die Entwicklung der Mobilfunktechnologie hat in den letzten Jahren einen rasanten Wandel vollzogen, wobei der Abschied von der klassischen Plastikkarte hin zur fest verbauten eSIM einer der bedeutendsten Schritte war. Android-Nutzer profitieren heute von einer ausgereiften digitalen Infrastruktur, die das Verwalten von Mobilfunktarifen so flexibel wie nie zuvor gestaltet. Doch der Weg dorthin war ein schrittweiser Prozess, der eng mit der Evolution des Android-Betriebssystems und der Pionierarbeit einzelner Hersteller verknüpft ist.
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Seit wann unterstützt Android die eSIM?
Der Startschuss für die eSIM in der Android-Welt fiel im Jahr 2017 mit der Vorstellung des Google Pixel 2. Dieses war das allererste Android-Smartphone mit einem fest verbauten eSIM-Chip, wenngleich die Nutzung anfangs noch stark eingeschränkt und primär für Googles eigenen Mobilfunkdienst „Project Fi“ in den USA gedacht war.
Der offizielle, systemweite Durchbruch auf Software-Ebene folgte im Spätsommer 2018 mit der Veröffentlichung von Android 9.0 (Pie). Erst mit dieser Betriebssystemversion integrierte Google standardisierte Programmierschnittstellen (APIs) direkt in den Android-Quellcode. Dadurch wurde es anderen Herstellern wie Samsung, Motorola oder Xiaomi überhaupt erst ermöglicht, die eSIM-Technologie unkompliziert in ihre eigenen Geräte und Benutzeroberflächen einzubinden. Seitdem gehört die eSIM bei fast allen Flaggschiff-Modellen und zunehmend auch in der Mittelklasse zum Standard.
Welche Besonderheiten gibt es bei Android?
Wer die eSIM auf einem Android-Gerät nutzt, stößt im Vergleich zu anderen Betriebssystemen auf einige interessante technische Besonderheiten und herstellerspezifische Unterschiede.
Der Geniestreich: MEP (Multiple Enabled Profiles)
Eine der wichtigsten Innovationen der letzten Jahre wurde mit Android 13 eingeführt. Dank der Technologie namens Multiple Enabled Profiles (MEP) können neuere Android-Handys zwei eSIM-Profile gleichzeitig aktiv nutzen, obwohl physisch nur ein einziger eSIM-Chip im Gerät verbaut ist. Zuvor war für den Dual-SIM-Betrieb zwingend eine Kombination aus einer physischen Plastikkarte und einer eSIM nötig. MEP macht echte Dual-SIM-Funktionalität nun rein digital möglich.

Der eSIM-Transfer zwischen Geräten
Der Wechsel einer eSIM von einem alten auf ein neues Smartphone war unter Android lange Zeit umständlich, da das Profil beim Anbieter manuell gelöscht und neu beantragt werden musste. Google hat hierfür ein eigenes Transfer-Werkzeug entwickelt, das den direkten Umzug eines eSIM-Profils während der Ersteinrichtung eines neuen Handys ermöglicht. Der Haken an der Sache: Dieses Feature muss sowohl vom Smartphone-Hersteller als auch vom jeweiligen Mobilfunkanbieter aktiv unterstützt werden, weshalb es im Alltag noch nicht flächendeckend bei jedem Provider funktioniert.
Regionale Unterschiede und Hardware-Einschränkungen
Nicht jedes Android-Handy, das theoretisch eSIM-fähig ist, besitzt diese Funktion auch in der Praxis. Die Aktivierung hängt stark von der Verkaufsregion ab. So sind beispielsweise viele für den asiatischen Markt (insbesondere Festlandchina, Hongkong und Macau) produzierte Android-Modelle sowie einige US-amerikanische Varianten älterer Samsung-Geräte physisch nicht mit einem eSIM-Chip ausgestattet, sondern besitzen stattdessen oft einen doppelten Steckplatz für physische Nano-SIM-Karten. Ein nachträgliches Freischalten per Software ist in solchen Fällen unmöglich.
Dazu gibt es leichte Unterschiede zwischen den Herstellern, weil die genutzten Benutzeroberflächen teilweise andere Vorgaben nutzen. Grundsätzlich kann man aber sowohl bei Samsung eSIM nutzen als auch bei den Google Pixel Modellen, auch Xiaomi unterstützt eSIM und auch bei Honor-Smartphone ist eine eSIM unter Android verfügbar.
eSIM unter Android richtig einrichten
Die Einrichtung einer eSIM unter Android ist im Grunde kein Hexenwerk, erfordert jedoch eine kleine Portion Vorbereitung, damit der digitale Wechsel reibungslos klappt. Da die Menüführung je nach Smartphone-Hersteller (wie Samsung, Google oder Xiaomi) leicht variiert, lässt sich der Prozess in universelle und einfache Schritte unterteilen.
Bevor man mit der Einrichtung startet, gilt es sicherzustellen, dass drei wesentliche Voraussetzungen erfüllt sind. An erster Stelle steht eine aktive WLAN-Verbindung, da das benötigte eSIM-Profil direkt aus dem Internet heruntergeladen werden muss und das Smartphone somit während des gesamten Prozesses auf eine stabile Internetverbindung angewiesen ist. Darüber hinaus benötigt man den persönlichen Aktivierungscode in Form eines QR-Codes, welchen man vom jeweiligen Mobilfunkanbieter entweder klassisch per Post, im Online-Kundenportal oder direkt über die herstellereigene App erhält. Zuletzt ist natürlich ein eSIM-kompatibles Android-Handy erforderlich, welches diese moderne Technologie nicht nur standardmäßig unterstützen, sondern auch für alle Netze freigeschaltet sein muss, also über keinen SIM-Lock verfügen darf.
Danach kann man das Smartphone nehmen und mit der Einrichtung starten:
1. Den eSIM-Manager aufrufen
- Man öffnet die Einstellungen des Smartphones.
- Bei Samsung-Geräten tippt man auf Verbindungen => SIM-Manager.
- Bei Google Pixel und vielen anderen Android-Geräten wählt man Netzwerk & Internet => SIM-Karten (oder das „+“-Symbol neben „Mobilfunknetz“).
2. eSIM hinzufügen und QR-Code scannen
- Man tippt auf eSIM hinzufügen oder Mobilfunknetz hinzufügen (manchmal auch „SIM herunterladen“ genannt).
- Das System fragt nun, ob man eine neue SIM einrichten möchte. Man bestätigt dies mit Weiter.
- Es öffnet sich der Kamerasucher des Handys. Nun scannt man einfach den QR-Code des Mobilfunkanbieters ab.
Tipp: Sollte der Scan nicht funktionieren, bieten fast alle Geräte die Option, den Aktivierungscode manuell über eine Tastatureingabe einzutippen. Den entsprechenden Code findet man meist direkt unter dem QR-Code auf dem Schreiben des Anbieters.
3. Profil herunterladen und aktivieren
- Nach dem Scan verbindet sich das Smartphone mit dem Server des Netzbetreibers. Man bestätigt den Download mit Aktivieren oder Herunterladen.
- Dieser Vorgang kann bis zu zwei Minuten dauern. Man sollte den Prozess nicht unterbrechen.
4. Nutzungseinstellungen festlegen (Dual-SIM)
- Sobald die eSIM aktiv ist, kann man ihr einen individuellen Namen geben (z. B. „Privat“, „Arbeit“ oder „Urlaub“).
- Wenn man zusätzlich noch eine physische SIM-Karte im Handy hat, legt man nun fest, welche Karte standardmäßig für mobile Daten, Anrufe und SMS verwendet werden soll.
Wie viele eSIM kann man unter Android speichern?
Ein Android-Handy kann in der Regel zwischen 5 und 20 eSIM-Profile speichern. Die genaue Anzahl hängt stark vom jeweiligen Gerätehersteller, dem verbauten Speicherchip für die eSIM (dem sogenannten eUICC) und dem Betriebssystem ab. Obwohl man viele Profile abspeichern kann, ist die Anzahl der gleichzeitig aktiven eSIMs technisch begrenzter.
eSIM-Kapazitäten nach Android-Modellen
| Smartphone-Modell / Reihe | Speicherbare eSIM-Profile (ca.) | Gleichzeitig aktive eSIMs | Besonderheiten |
| Google Pixel 8, 9 & neuer | 10 – 20 | 2 | Unterstützt Multiple Enabled Profiles (MEP) für duale eSIM-Nutzung ab Android 13. |
| Samsung Galaxy S24, S25 & neuer | 10 – 20+ | 2 | Flaggschiffe bieten hohe Speicherkapazitäten und duale eSIM-Funktion ohne physische SIM. |
| Google Pixel 6 & 7 | 5 – 8 | 2 | Unterstützt ebenfalls die Aktivierung von zwei eSIMs parallel (mit Android 13+). |
| Samsung Galaxy S20, S21, S22, S23 | 5 – 10 | 1 | Nur eine eSIM zurzeit aktiv (meist in Kombination mit einer physischen SIM nutzbar). |
| Mittelklasse- & Budget-Androiden (z. B. Xiaomi, Oppo, Motorola) | ca. 5 | 1 | Günstigere Geräte sparen oft an der Speichergröße des eSIM-Chips. |
Die Funktionsweise moderner eSIMs lässt sich hervorragend mit einem digitalen Kartenetui vergleichen. Man kann problemlos eine Vielzahl von unterschiedlichen Profilen auf dem Gerät speichern, um sie für spätere Einsätze bereitzuhalten. Aktiv nutzen – also metaphorisch „auf den Tisch legen“ – kann man in der Regel jedoch nur ein einziges Profil oder maximal zwei Profile gleichzeitig.
Dass moderne Smartphones überhaupt zwei eSIM-Verbindungen simultan über einen einzigen verbauten eSIM-Chip aufbauen können, verdanken sie einer Technologie namens Multiple Enabled Profiles (MEP). Diese wurde mit Android 13 eingeführt und ist vor allem in neueren Flaggschiff-Modellen zu finden. Bei älteren Android-Geräten hingegen erfordert der klassische Dual-SIM-Betrieb zwingend noch die Kombination aus einer herkömmlichen, physischen Plastik-SIM-Karte und einer einzigen aktiven eSIM.
Der größte Vorteil dieser digitalen Verwaltung liegt in der enormen Flexibilität: Ein Wechsel zwischen den verschiedenen gespeicherten Profilen ist direkt in den Android-Einstellungen im Handumdrehen erledigt und dauert meist nur wenige Sekunden. Dadurch lassen sich ungenutzte Tarife, wie etwa spezielle Datentarife für den Urlaub oder den Auslandstrip, ganz unkompliziert im Hintergrund „parken“ und bei Bedarf jederzeit wieder aktivieren.
Gibt es Einschränkungen bei Tarifen, die man unter Android als eSIM nutzen kann?
Es gibt zwischen Sim und eSIM nach wie vor einige deutliche Unterschiede bei der Tarifverfügbarkeit. Während die großen Netzbetreiber eSIMs flächendeckend anbieten, ist die Auswahl bei kleineren Mobilfunkdiscountern oder günstigen Supermarkt-Tarifen oft noch eingeschränkt. Manche dieser Anbieter führen die eSIM gar nicht im Sortiment, bieten sie nur für teurere Laufzeitverträge an oder verlangen für den nachträglichen Tausch Gebühren. Eine weitere Einschränkung betrifft Prepaid-Tarife: Diese unterstützen meist keine Multi-SIM-Optionen. Wer denselben Tarif und dieselbe Rufnummer parallel auf dem Android-Smartphone und einer LTE-fähigen Smartwatch nutzen möchte, wird von den Anbietern in der Regel zu einem teureren Postpaid-Vertrag gedrängt. Weitere Unterschiede sind:
- Smartwatch-Sperren bei Prepaid: Viele Prepaid-Tarife (selbst von großen Anbietern) erlauben keine Multi-SIM-Nutzung. Das bedeutet, man kann denselben Tarif oft nicht gleichzeitig als eSIM auf einer Android-Smartwatch (z. B. Pixel Watch oder Galaxy Watch) und dem Smartphone nutzen. Dafür ist meist ein teurerer Postpaid-Vertrag (Laufzeitvertrag) nötig.
- Keine gleichzeitige Nutzung auf mehreren Geräten: Ein und dasselbe eSIM-Profil kann niemals auf zwei Geräten gleichzeitig aktiv sein. Wer sein Tablet und sein Android-Handy mit derselben Rufnummer nutzen möchte, benötigt vom Anbieter einen separaten Tarif (Multi-SIM) mit einem eigenen eSIM-Profil.
- Daten-only-Tarife im Ausland: Viele günstige eSIM-Tarife für Reisen (z. B. von internationalen Anbietern wie Airalo oder Saily) sind reine Datentarife. Sie bieten keine klassische Mobilfunknummer für Telefonate oder SMS. Man ist hier auf Messenger-Dienste (WhatsApp, Telegram etc.) angewiesen.
Grundsätzlich unterstützen eSIM aber alle Tarife und Flatrates, die man auch mit einer normalen Sim-Karte nutzen kann. Es gibt mittlerweile auch kostenlose eSIM Tarife, dazu kann man Prepaid Angebote als eSIM buchen und generell gibt es natürlich auch Allnet Flat und unbegrenztes Internet als eSIM.
Überblick: eSIM Tarife und Anbieter
So löscht man eine eSIM unter Android wieder
Das Löschen einer eSIM unter Android ist unkompliziert und in wenigen Augenblicken erledigt. Es ist jedoch wichtig zu wissen, dass das Löschen des Profils auf dem Smartphone nicht automatisch den Mobilfunkvertrag kündigt – dieser läuft beim Anbieter normal weiter.
Hier ist die Schritt-für-Schritt-Anleitung, wie man ein eSIM-Profil sicher vom Gerät entfernt:
Schritt-für-Schritt-Anleitung zum Löschen einer eSIM
Da die Menübezeichnungen je nach Hersteller leicht variieren, sind hier die Pfade für die gängigsten Android-Systeme aufgeführt:
Für Samsung-Geräte (One UI)
- Man öffnet die Einstellungen des Smartphones.
- Man navigiert zu Verbindungen und tippt dort auf den SIM-Manager.
- Unter der Kategorie eSIMs wählt man den Tarif aus, den man entfernen möchte.
- Man tippt auf Entfernen (oder das Papierkorb-Symbol).
- Das Gerät bittet nun um eine Bestätigung. Nach einem Tippen auf Entfernen (und ggf. der Eingabe der Displaysperre zur Sicherheit) wird das Profil dauerhaft gelöscht.
Für Google Pixel & andere Android-Geräte (Stock Android)
- Man öffnet die Einstellungen.
- Man wählt den Punkt Netzwerk & Internet und tippt anschließend auf SIM-Karten.
- Man wählt das entsprechende eSIM-Profil aus, das gelöscht werden soll.
- Man scrollt ganz nach unten und tippt auf SIM-Karte löschen (oder „eSIM entfernen“).
- Man bestätigt den Vorgang mit Löschen.
HINWEIS Das Löschen einer eSIM ist KEINE Kündigung. Der Vertrag läuft also dennoch weiter und man muss auch weiter bezahlen. Eine Kündigung muss man daher immer separat vornehmen.
Bevor man ein eSIM-Profil übereilt von seinem Android-Handy entfernt, gilt es einige wichtige Aspekte zu beachten, da das Löschen unumkehrbare Folgen hat. Der wichtigste Punkt hierbei ist, dass es nach dem Löschvorgang in den allermeisten Fällen kein Zurück ohne einen komplett neuen Aktivierungscode gibt. Sobald ein eSIM-Profil einmal vom Gerät entfernt wurde, lässt es sich in der Regel nicht noch einmal mit demselben, bereits verwendeten QR-Code einrichten. Wer den Mobilfunktarif also zu einem späteren Zeitpunkt auf diesem oder einem anderen Smartphone reaktivieren möchte, muss beim Kundenservice oder im Online-Portal des Anbieters ein neues eSIM-Profil anfordern.
Darüber hinaus gilt es, beim vollständigen Zurücksetzen des Smartphones auf die Werkseinstellungen aufmerksam zu sein. Android verhält sich hier sehr sicherheitsbewusst und fragt den Nutzer während des Reset-Vorgangs explizit, ob die installierten eSIM-Profile auf dem Gerät verbleiben oder ebenfalls unwiderruflich gelöscht werden sollen. Wer sein Handy verkaufen, verschenken oder zur Reparatur einschicken möchte, sollte diese Frage unbedingt bejahen und die eSIMs vollständig mitlöschen, damit persönliche Tarife nicht in fremde Hände gelangen.




